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Abstract _ Karen Beckmann

Urbanität durch Dichte?
Geschichte und Gegenwart der Großwohnkomplexe der 1970er Jahre

Großwohnkomplexe werden in der Dissertation als heterogen überbaute Großstrukturen mit durchmischten Wohngebäuden wie Terrassen-, Reihen- oder Hochhäusern definiert, die die Maßstäbe herkömmlicher städtischer Quartiere bei Weitem übersteigen. Durch die Überplanung eines gesamten städtischen Quartiers, ihre kompakte Bauweise und die klare Abgrenzung zur baulichen Umgebung bilden diese Komplexe eigene Wohnquartiere im Stadtraum. Heute werden im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel, den Tendenzen zum innerstädtischen Wohnen und dem damit in Verbindung stehenden Wunsch nach verdichteten Bauweisen, die Grundideen des funktional durchmischten, dichten, innerstädtischen Wohnkomplexes wieder aktuell. Gleichzeitig zeichnen sich die bestehenden Großwohnkomplexe durch eine hohe Bewohnerzufriedenheit aus, obwohl ihre Reputation in der Öffentlichkeit noch immer schlecht ist. Die Bewohner scheinen also versteckte Qualitäten zu empfinden, die der Öffentlichkeit oft verschlossen bleiben.

Die Dissertation hat das Ziel, diese Potentiale zu erforschen, um Antworten auf zukünftige Planungsaufgaben zu erhalten. Die Hauptfragestellung lautet: Welche Potentiale besitzen Großwohnkomplexe und wie kann man diese, auf zeitgenössische Sichtweisen transformiert, für zukünftige Planungsaufgaben nutzen? Das Forschungsdesign setzt sich aus Literaturrecherchen, Hintergrundanalysen und vertiefenden Projektanalysen gebauter Großwohnkomplexe in München, Graz und London zusammen. Methodisch wurde das Projekt mit Hilfe von Literaturrecherchen, Zeitzeugen- und Bewohnerinterviews, Interviews mit Architekten und Planern dieser Zeit sowie Untersuchungen vor Ort erarbeitet. In einem ersten Schritt wurden dabei die gebauten Projekte anhand von Plänen und Entwurfsskizzen sowie schriftlichen Aufzeichnungen in ihre Entwurfsbausteine zerlegt, um diese vor Ort auf die spezifischen Potentiale hin zu untersuchen. Die Ergebnisse der Arbeit führen zu einem besseren Verständnis der Qualitäten von Großwohnkomplexen. In einem Ausblick werden Handlungsmöglichkeiten für den zukünftigen Umgang mit Großwohnkomplexen beschrieben und neue Impulse für die Wohnarchitektur der Zukunft aufgezeigt. Übergeordnet stellt die Dissertation Methoden dar, aus gebauten Strukturen Potentiale zu extrahieren, die im Anschluss auf zeitgenössische, architektonische Problemstellungen angewendet
werden können.

 

Karen Beckmann, Urbanität durch Dichte? Geschichte und Gegenwart der Großwohnkomplexe der 1970er Jahre, Bielefeld: transcript 2015

 

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