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Abstract _ Gerhard Martin Burs

Zur Bedeutung medialer Präsentation für die Gegenwartsarchitektur - am Beispiel der Vereinigten Arabischen Emirate

Die Zielsetzung des Promotionsvorhabens ist, das zu Beginn des 21.Jhs verstärkt zu beobachtende Phänomen der digitalen Visualisierung von noch nicht realisierten architektonischen Projekten zu analysieren und damit einen Beitrag für die Architektur- und Medientheorie zu leisten. Obwohl es sich bei der, im Kern CAD basierten, bildlichen und filmischen Visualisierung um einen seitens der Forschung relativ umfangreich untersuchten Gegenstand handelt, ist festzustellen, dass sich die Erkenntnisse meist auf die technischen Aspekte der Simulationstechnologie fokussieren. Die Auswirkung der digitalen Visualisierung auf den architektonischen Entwurfsprozess ist kaum Gegenstand architekturtheoretischer Forschungen. Durch eine Untersuchung von filmischen und bildlichen Architekturvisualisierungen aus dem Kontext der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) in den Jahren 2002 bis 2010 soll ein Beitrag zu der Schließung dieser Lücke, gerade in Hinblick eines vermuteten Einflusses auf den architektonischen Entwurfsprozess, geleistet werden.

Grundlegend für das Promotionsvorhaben ist die These, dass zeitgenössische Architektur innerhalb eines gesellschaftlichen, ästhetischen und medialen Kontextes entworfen wird und erst durch Einordnung in einen Kontext rezipiert werden kann. Die Architekturvisualisierung kann hierbei als ein kommunikatives Versuchsfeld zwischen dem „Inneren Auge“ des Architekten und der real- räumlich verwirklichten Architektur angesehen werden, in dem ein Interpretieren und Überprüfen anhand bildlicher Kontexte stattfindet. Aus dieser These abgeleitet, ergibt sich die Fragestellung, ob durch die zahlreichen Architekturvisualisierungen der VAE, welche meistens als einzige bestehende Kontexte den diffusen Mythos einer „VAE der Zukunft“ aufgreifen, ein eigenständiger, rein medialer Kontext geschaffen wird, der von den architektonischen Entwurfsprozessen wiederum als gegebener Kontext aufgegriffen wird. Um dieses zu beantworten, sollen alle verfügbaren bildlichen und filmischen Visualisierungen von VAE Architektur einer quantitativen und qualitativen Inhaltsanalyse unterzogen werden. Der durch diese Untersuchung erfasste mediale Kontext soll anschließend in Bezug auf die von ihm aufgenommenen Vorbilder analysiert und in seiner generellen Bedeutung für einen medialen Mythos „VAE der Zukunft“ interpretiert werden. Daran anschließend soll anhand mehrerer Fallbeispiele, welche realisierte und gut dokumentierte Architekturprojekte innerhalb der VAE umfassen, der vermutete Einfluss des durch Visualisierung erzeugten medialen Kontextes auf die architektonische Umsetzung untersucht und kritisch analysiert werden. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sollen nicht nur der Architekturtheorie zugutekommen, sondern gerade für ein besseres Verständnis des Spannungsfeldverhältnisses, welches sich in einer globalen Mediengesellschaft zwischen der virtuell-bildlichen und der real-räumlichen Umgebung  abzeichnet, von Bedeutung sein.

 

Gerhard Martin Burs, Mediale Präsentation in der Gegenwartsarchitektur. Das Beispiel der Vereinigten Arabischen Emirate, Bielefeld: transcript 2016

 

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