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Forschungsprojekt

Potenziale ganzheitlicher Modelle und Konzepte wohnortnaher Versorgung
Eine Machbarkeitsstudie  
                         

 

Leitung: Prof. Dr. sc. techn. Barbara Zibell, Institut für Geschichte und Theorie der Architektur, Abteilung Planungs- und Architektursoziologie
Ansprechpartner/in:
Ingrid Heineking Tel: 762-3484    i.heinekingigt-arch.uni-hannover.de
Hendrik Bloem Tel: 762-2226    h.bloemigt-arch.uni-hannover.de

Der sukzessive Abbau von traditionellen Elementen privater und öffentlicher Infrastrukturen (baulich- wie sozial-räumlich) führt landauf landab bereits zu spürbaren Lücken in der Daseinsvorsorge und damit verbunden nicht nur zu zunehmenden Einbußen an Lebensqualität mit den bekannten Konsequenzen für Ortsmitten und Aufenthaltsqualitäten, sozialer Treffpunktfunktion, Identität u.a.m., sondern auch zu Problemen bei der Bewältigung des Alltags insbesondere älterer resp. immobiler Bevölkerungsgruppen. Gerade in ländlichen Räumen, die heute schon von diesen Ausgangsbedingungen betroffen sind, stellt sich aktuell die Frage nach der Existenzsicherung und Überlebensfähigkeit nicht nur einzelner Menschen, sondern zum Teil auch ganzer Orte und Gemeinden.
Die Sicherung der Daseinsvorsorge gilt mittlerweile als ein wichtiger Baustein der Raumordnungs- und Regionalpolitik. Über seine „Regionalen Handlungsstrategien“ vermittelt das Land Niedersachsen die große Bedeutung von dauerhaft funktionsfähigen Versorgungseinrichtungen und Mobilitätsangeboten.  Durch interkommunale und interdisziplinäre Kooperationen soll erreicht werden Schrumpfungsprozesse resp. durch den demographischen Wandel induzierte Strukturveränderungen aktiv zu gestalten. Vor diesem Hintergrund erhalten neue Projektansätze mit veränderten Akteurskonstellationen eine neue Bedeutung.
In der vom 01.04. bis 30.09.2014 durch den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) geförderten Machbarkeitsstudie wurden entsprechende Vorbedingungen für ein zu konzipierendes Forschungsvorhaben in diesem Kontext wissenschaftlich untersucht. Gemeinsam mit VertreterInnen niedersächsischer Kommunen und Netzwerke wurden dazu, im Hinblick auf Zukunftsfähigkeit und AkteurInnen inhaltliche und organisatorische Weichen gestellt.
Ein Schwerpunkt der Machbarkeitsstudie wurde auf die Definition und Entwicklung von Kriterien für sog. „Leitinfrastrukturen“ gelegt, anhand derer vorhandene Angebotsstrukturen analysiert sowie geplante Veränderungen konzipiert werden können. Eine gezielte Analyse hat bereits zu einer differenzierten Systematisierung der Komponenten einer „Guten Versorgung“, sowie dem räumlichem Bezug und zu Kooperationen geführt. Hierauf aufbauend können Infrastrukturen mit Potenzial zu einer Leitinfrastruktur identifiziert und im Hinblick auf deren Bedeutung für die Lebensqualität im betreffenden Raum evaluiert werden, um neue Konzepte und/oder Modelle einer bedarfsgerechten Versorgungssituation zu schaffen. Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass angesichts der Ausdifferenzierung von Lebenslagen standardisierte Angebote von den Menschen sehr unterschiedlich wahrgenommen und bewertet werden.
Die Machbarkeitsstudie hat darüber hinaus bereits zu einer Vorauswahl an Orten im südlichen Niedersachsen geführt, die aktuell am Städtebauförderungsprogramm „Kleinere Städte und Gemeinden – überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke“ teilnehmen. Sie enthält somit bereits Hinweise darauf, wer als Kooperationspartnerin in Frage käme.
Für ein auf den bisherigen Ergebnissen aufbauendes neues Forschungsvorhaben wurde der Rahmen möglicher Schwerpunktsetzungen vorerst weit gesteckt. Der thematische Umfang reicht dabei von der ganz konkreten Entwicklung innovativer Lösungen für eine wohnortnahe bedarfsgerechte Versorgung über die Frage nach vorsorgenden Modellen und Konzepten bis hin zur grundsätzlichen Forschungsfrage nach den Elementen einer zukunftsfähigen Daseinsvorsorge in ländlichen Räumen und der Art und Beschaffenheit sog. Leitinfrastrukturen. Gleichzeitig soll der Rolle der Daseinsvorsorge als öffentliche Pflichtaufgabe und bestehende Kooperationen mit privaten, halbprivaten und halböffentlichen Trägerschaften stärker auf den Grund gegangen werden.
Die Antragstellung für ein entsprechendes Forschungsvorhaben wird seit November 2014 durch das Forschungsanreizprogramm AULET der Fakultät für Architektur und Landschaft der Leibniz Universität Hannover gefördert.