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Raum und Architektur lesen_mit einer "Muster-Sprache" für integrierte Planungs- und Nutzungsperspektiven

 

Inhalt und Lernziele

Die Frage nach der Zeichenhaftigkeit und nach der Lesbarkeit der gebauten Umwelt hat einerseits eine lange Tradition und stellt sich andererseits heute wieder neu, wenn die komplexe Mehrsprachigkeit von Architektur und Nutzung integriert betrachtet wird. Die Qualität der – aus einer Vielzahl von Zeichen zusammengesetzten – Struktur eines Stadtraums ergibt sich durch die spezifische Anordnung von einzelnen Elementen und Mustern. Exemplarisch lässt sich das an Architektur und städtebaulichen Ensembles zeigen, deren Zeichen auf der Nutzungsebene beispielsweise Unsicherheit auslösen. In der Veröffentlichung „Tod und Leben großer amerikanischer Städte“ hat Jane Jacobs 1961 die Sicherheit in der Stadt als zentralen Zweck des urbanen öffentlichen Raumes herausgestellt.

Architektursoziologisch lässt sich formulieren, dass in die gebauten Strukturen Regeln mit hinein zu planen sind, die das Verhalten und die Alltagsroutinen der Nutzenden in die eine oder andere Richtung beeinflussen können. Die baulich inkorporierte Regelstruktur wird wirksam, wenn die Anordnung bzw. Ordnung der Objekte die gewünschten individuellen Handlungsweisen auslöst. Das verfügbare Repertoire an sachstrukturellen, architektonischen und städtebaulichen Gestaltungselementen, Anordnungen und Raummustern ist relativ komplex.         

Architektur und Städtebau sind vor diesem Hintergrund Medien, die in den materiellen Objekten gesellschaftliche und professionelle (Architektur- und Städtebau-)Regeln vermitteln und lesbar machen müssen. Dazu sind Vermittlungen und Translationen zwischen der professionellen Architekturperspektive und der lebensweltlichen Nutzungsperspektiven notwendig. Zur Annäherung an diese Thematik wird im Seminar Bezug genommen auf Kevin Lynch und seine 1960 erschienene Publikation „The Image of the City“ sowie auf Christopher Alexander und sein 1977 publiziertes Werk „A Pattern Language“.

Die Studierenden sollen dadurch lernen, die gebaute Umwelt sowohl unter einer professionellen als auch unter einer Nutzungsperspektive zu lesen und auf dieser Grundlage gestalterisch weiter zu entwickeln. Exemplarisch erfolgt der Verstehens-, Entwicklungs- und Anwendungsprozess in hannoverschen Siedlungen der 1950er Jahre.

 

Studiengang

B.Sc. Architektur, M. Sc. Architektur und Städtebau

Lehrmethode

Seminar

Termin

Di. 9.30 - 17 Uhr (Einzel), Mo. 9.30 - 17 Uhr (Einzel/Block)

Erster Termin

Di. 27.10.2015

Lehrpersonen

Schubert/Zibell