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Abstract _ Antonia Umland

Architekten auf Reisen.
Die Relevanz der Reise für Forschung und Lehre in der Architektur

Das Reisen ist seit Jahrhunderten ein fester Bestandteil der Ausbildung von Architekten. Auf Reisen werden neue Techniken kennengelernt, andere Baustile erfahren und Entwurfsprozesse nachhaltig geprägt. Auch heute, in einer Zeit,
in der das Reisen zu einem selbstverständlichen Teil der Arbeit und Ausbildung von Architekten geworden ist, wird den auf Reisen gewonnenen Eindrücken eine herausragende Bedeutung für die konzeptionelle Entwurfsarbeit zugemessen.
Die Dissertation Architekten auf Reisen soll den Einfluss des Reisens auf den Entwurfsprozess und insbesondere auf die Forschung und Lehre innerhalb der Architektur untersuchen. Dabei soll gezeigt werden, wie und in welcher Form die auf Reisen gemachten Erfahrungen und ihre Umsetzung im Entwurfsprozess einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden, wie die Forschung des Architekten an seinem eigenen Oeuvre neue Entwurfsbausteine generieren kann, aber auch welchen Einfluss das Reisen auf die universitäre Lehre, also die Vermittlung grundlegender Konzepte der Architektur hat.

Die Arbeit nähert sich zunächst durch einen Einblick in die historische Bildungsreise, der sogenannten Grand Tour, der Thematik der klassischen Bildungs- und Baumeister-Reise an. Im zweiten Teil setzt sich die Arbeit mit gegenwärtigen Reisemotivationen auseinander. Wie können Potentiale von Architekturen erkannt und als Erkenntnisse in die eigene Arbeit transferiert werden? Wie kann dieser Transfer in die Forschung und Lehre integriert werden?

In diesem Zusammenhang wird die Arbeit der Schweizer Architekten Emanuel Christ und Christoph Gantenbein betrachtet. In einem Bildband zeigen sie die auf einer gemeinsamen Italienreise wahrgenommenen Architekturen, die durch eine Gegenüberstellung mit eigenen, bereits realisierten Projekten in Beziehung gestellt werden. Zusätzlich nutzen Christ&Gantenbein Reisen, die zu Forschungs- und Lehrzwecken mit Studenten durchgeführt werden, um die grundlegenden Entwurfskomponenten verschiedener Metropolen vor Ort kennenzulernen, diese anschließend herauszuarbeiten und zu dokumentieren. Diesen Kanon an Bautypologien verstehen Christ&Gantenbein als eine neue ‚globale Grand Tour’, die durch Veröffentlichungen einem breiten Publikum bekannt gemacht wird.

Das Promotionsvorhaben soll durch die kritische Einordnung der Arbeiten von Christ&Gantenbein die Bedeutung von Reisen in der gegenwärtigen Architektur und insbesondere in der Forschung und Lehre, untersuchen. Darauf aufbauend werden im dritten Teil Impulse für die zukünftige Vermittlung von Architektur durch die Reise in der Architekten-Ausbildung vorgestellt, in denen auch der Generierung von Entwurfsbausteinen eine besondere Rolle zugeschrieben werden kann.



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