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Das Parlament im Schloss: Demokratische Transformationen von Herrschaftsarchitektur in Deutschland

Transformationen fürstlicher Residenzbauten zu Kulissen der demokratischen Legislative sind in den deutschen Bundesländern der Nachkriegszeit mehrfach zu beobachten. Damit verbindet sich die Frage nach den historischen Dependenzen föderalistischer Architektur. Aktuelle Umbaumaßnahmen dieser demokratisierten Repräsentationsbauten erweitern die Fragestellung auf Kontinuität und Wandel von Wirkkraft und Lesbarkeit architektursprachlicher Konzepte.

In diesem Projekt werden Parlamentsgebäude deutscher Landtage vergleichend untersucht, die in fürstlichen Residenzbauten untergebracht wurden. Hauptbeispiel ist der Sitz des Niedersächsischen Landtags in Hannover als ehemalige Residenz der hannoverschen (Kur-)Fürsten und Könige. Dessen Plenargebäude wurde 1957-1963 von Dieter Oesterlen realisiert. Im Zuge der jüngsten Umbaumaßnahmen wurde es zum Gegenstand öffentlicher Debatten über den Denkmalwert von Nachkriegsarchitektur. Vergleichsbeispiele sind das Hessische Landtagsgebäude in Wiesbaden als ehemaliges Stadtschloss der Herzöge von Nassau, der Rheinland-Pfälzische Landtag im Mainzer Deutschhaus, der Umbau des Schweriner Schlosses zum Parlamentsgebäude des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern sowie die Rekonstruktion des Potsdamer Stadtschlosses für den Brandenburgischen Landtag.